Seit Mitte Mai haben Bewohner der ASB Gemeinschaftsunterkunft Zehlendorf die Möglichkeit ihr eigenes Gemüse und Obst in Hochbeeten anzubauen. Die kleinen Gärten werden sehr gut angenommen. Initiiert hat das Gartenprojekt die engagierte und begeisterte Hobbygärtnerin, Dr. Vera Buschmann.

„Ich wollte gerne etwas für und mit den Flüchtlingen machen“, erinnert Vera Buschmann sich an die Entstehung der Idee zum Projekt. „Die Flüchtlinge können, indem sie Gemüse aus ihrer Heimat anbauen, im wahrsten Sinne des Wortes in Berlin Wurzeln schlagen.“ Vera Buschmann ist im Berliner Zweig der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V.  für die Projektentwicklung mitverantwortlich.

Sie hat den Bau der Hochbeete sowie die Spendenakquise mit hohem Engagement vorangetrieben. Unterstützung bei der Konzeption des Gartens erhielt sie von Anne Heinrichs, die den Entwurf für den Garten gemacht hat. Erich Bonert und Bernd Buchmann haben die Hochbeete tatkräftig aufgebaut. Und Lilo Gramatzki betreut das Projekt mit ihrer jahrelangen Erfahrungen in der Pflege von Schulgärten.

Frau Dr. Vera Buschmann begutachtet die Tomaten in den Hochbeeten.
« 1 von 10 »

Die Tomaten sind “explodiert”

Die Bewohner sind von den Gärten begeistert. Sie wurden von Anfang an miteinbezogen und bauten die Hochbeete mit auf. Einzelne „Patenfamilien“ können jeweils zwei Quadratmeter Minigarten bewirtschaften. Einer der Hobbygärtner ist Mohammed Rahim (32). In seiner Heimat, dem Irak, hat er Tomaten und Datteln angebaut.

„Datteln gehen hier natürlich nicht“, lacht er, „aber Tomaten kann ich auch hier anbauen.“ Mohamad Al-Gaf, Sozialarbeiter der Unterkunft, beobachtet wir gut die Beete den Bewohnern tun: „Sie nehmen die Pflege ihrer Beete sehr ernst.“ Die Tomaten sind innerhalb von vier Wochen „explodiert“,  das müsse mit  der liebevollen Pflege zu tun haben.

Viele lokale Unterstützer für das Projekt

Möglich wurde das Projekt auch – und vor allem – durch die großzügigen und spontanen Spenden des Unternehmens Schnieber & Mehlitz Garten- und Landschaftsbau GmbH. Dessen Geschäftsführer Harry Netter zögerte keinen Augenblick und spendete mehrere Tausend Liter Mutterboden für das Projekt, die die Firma auch noch selbst anlieferte. Die Bürgerstiftung Berlin half mit  einem Gutschein und das Gartenbauunternehmen Rüdiger Brandenburg, spendete Folie für die Beete. Zudem investierten mehrere Privatpersonen aus dem Umfeld der Gartenfreunde Zeit und Geld in das Projekt.

Vera Buschmann freut sich über den erfolgreichen Start des Projekts und dass „die ehrenamtlichen HelferInnen und die BewohnernInnen so viel gemeinsame Zeit im Garten verbringen“. Einen großen Wunsch hat sie für die Zukunft: „Ich fände es Klasse, wenn wir aus dem gezogenen Gemüse zusammen ein leckeres Essen kochen würden.“

Please follow and like us:
In Berlin Wurzeln schlagen
Markiert in:                        

Schreibe einen Kommentar