Die Berliner Ferienschule begeisterte die Kinder der ASB Notunterkunft Köpenick während der Sommerferien.

„Es ist das Ziel mit praktischen Angeboten lerndistanzierte Kinder zu motivieren“, erklärt Karoline Kromm, vom Verein Technischer Jugendbildungsverein in Praxis. Dem erklärten Ziel ist der Verein vom 21. Juli bis zum 3. August ein gutes Stück nähergekommen. In diesen zwei Wochen hat die Berliner Ferienschulen – Sprachförderung, Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder und Jugendliche in der Lern- und Erfinderwerkstatt in der Keplerstraße in Treptow-Köpenick stattgefunden.

Eines von vielen Angeboten

Die Ferienschule ist ein Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, gefördert durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin. „Die Ferienschule ist nur eines von vielen Angeboten, die die Notunterkunft Köpenick für die über 90 Kinder und Jugendlichen in der Ferienzeit bereitgestellt hat“, berichtet André Fritsche, Leiter der Unterkunft in Köpenick. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notunterkunft hätten, trotz angespannter Personalsituation, ein reichhaltiges Ferienprogramm realisiert. „Die Angebote kamen sowohl bei den Kindern, als auch bei deren Eltern sehr gut an“, so Fritsche. Zu den Highlights zählten eine Floßfahrt für die Kinder und gemeinsame Badeausflüge. Weiter haben die Bewohner einen Ferienbauernhof besucht und an mehreren Sportturnieren teilgenommen.

Geocoachingtour und Jugendverkerkehrsschule

Mehr als 30 äußerst lernwillige Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Flüchtlingsunterkünften und einer Willkommensklasse haben auch an der Ferienschule teilgenommen. „Wir haben die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt“, sagt Kromm. Eine Gruppe für die 6 bis 12 Jährigen und eine für die 13 bis 18 Jährigen. Die Jüngeren haben ein Bastelprojekt unter dem Motto „Rund um die Stadt“ gemacht, bei dem sie selbst eine Stadt nach ihren Vorstellungen gestalten konnten. „Die Highlights für die Kleinen waren eine Geocachingtour in der Wuhlheide und ein Besuch der Jugendverkehrsschule im TJP e. V.“, erinnert Kromm sich.

Das Thema für die älteren Kinder lautete „Berufsfelderkundung“. Die Jugendlichen hatten hier die Möglichkeit, ihr Handwerkliches Geschick und ihr Wissen über einzelne Berufsgruppen zu verbessern. „Vornehmlich wurde mit Holz gearbeitet“, so Kromm, „außerdem gab es eine kleine Einführung in die Elektrotechnik.“ Jeder Jugendliche habe an der CNC Fräse arbeiten können und sich ein Namensschild anfertigen können.

Spielerisch für Sprache begeistern

Aufmerksam geworden ist Kromm auf die ASB-Notunterkunft durch die Zusammenarbeit mit der Klärungsstelle für Schülerinnen und Schüler ohne Deutschkenntnisse. Viele der Kinder aus der Notunterkunft in der Glienicker Straße waren von dem Angebot so begeistert, dass sie auch noch nach Ende des Programms in die Lern- und Erfinderwerkstatt kamen. Kromm freut sich sehr über das große Interesse: „Mit so einem niedrigschwelligen Angebot kann man spielerisch für Sprache begeistern.“ Professionelle Unterstützung für die Sprachvermittlung gab es von einer Lehramtsstudentin.

Das nächste Projekt des Technischen Jugendbildungsvereins in Praxis wird wieder von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung getragen und zielt darauf ab, nicht erfasste Kinder und Jugendliche „fit für die Schule“ zu machen.
Der ASB in Berlin

Der ASB wurde 1888 in Berlin gegründet. Als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation politisch und konfessionell ungebunden. Wir helfen schnell und ohne Umwege allen, die unsere Unterstützung benötigen. Mehr als 52.000 Menschen unterstützen den ASB Berlin durch ihre Mitgliedschaft. Mehr als 1.600 Berlinerinnen und Berliner engagieren sich ehrenamtlich im ASB. Vom Rettungsdienst und Krankentransport, der Flüchtlingshilfe über den Katastrophenschutz bis zu Hilfen für Senioren und der Kinder- und Jugendhilfe engagiert sich der ASB in allen Bereichen der Daseinsfürsorge in Berlin.

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