Wie geht es den Menschen, die in einer Notunterkunft untergebracht sind, fragte sich eine Gruppe von Angestellten der Bank of Scotland. Für eine Antwort besuchten sie die ASB-Notunterkunft in Berlin-Köpenick. Der IT-Leiter des Unternehmens, Arne Moll, schildert hier seine Eindrücke.

Vor einiger Zeit haben einige Kollegen aus dem Bank of Scotland Deutschland IT-Team (Goutam Pattar, Rene Becksmann, Hischam Awada, Melanie Rieken, Rafko Mekic, Dietmar Wagner, Paul Starke, Marcel Klann) und ich in der ASB-Notunterkunft “Oberschule und der Dahme” in Berlin-Köpenick mitgeholfen. Der Besuch fand im Rahmen unseres Projekts “Tag etwas zu bewegen” statt. Ich möchte gerne ein bisschen mehr über diese in der Tat sehr emotionale Erfahrung erzählen.

 

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Zu Beginn erhielten wir eine ausführliche und informative Einführung von einem der hauptamtlichen ASB-Mitarbeiter. Das Erste was uns auffiel, als wir die ehemalige Turnhalle mit den etwa 400 Menschen, aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan betraten, war die Wärme und Begeisterung, mit der sie uns begrüßten. Am Nachmittag bekochten sie uns. Wir redeten viel Miteinander und spielten mit den Kindern. Die Bewohner der Notunterkunft freuten sich sichtlich über die Abwechslung in ihrem doch eher monotonen Alltag.

Die Begegnungen waren unbeschreiblich berührend: So sprach ich mit einem Mann, der mir stolz seine zwei Babys zeigte und dann erklärte, dass eines fehle. Ich spielte Fußball mit einem Mädchen im Alter meiner Tochter, das von ihren Eltern für vier Monate getrennt war und ganz alleine in Schweden lebte.

Während der Zubereitung der köstlichen Auberginen sorgte unsere Ungeschicklichkeit für Freude unter den jungen Frauen mit Kopftüchern. In der Universität spielte ich gerne – und ich denke auch ganz gut – Basketball. An diesem Tag verlor ich ein Spiel gegen einen Mann, der nicht einmal das Wort Basketball kannte. Aber er war einfach unglaublich gut im Werfen geworden, weil er den ganzen Tag Zeit zum Üben hat, seit er angekommen ist. Wir ließen Kinder der Unterkunft auf dem Spielplatz spielen, der durch einen Zaun vom Schulhof getrennt ist. Auf der anderen Seite standen die neugierigen Schulkinder. Leider ist es den Kindern untersagt miteinander zu spielen.

Höhepunkt unseres Besuchs war das überaus leckere und dazu noch gesunde Mahl, das wir alle gemeinsam im Freien einnahmen. Zu unserem Abschied überreichten uns zwei junge Mädchen ein paar Blumen, die sie in einer Ecke des Hofes gefunden hatten. Eine kleine und doch so berührende Geste. Und dann gingen wir nach Hause, und die Bewohner taten es nicht. Die Menschen der ASB-Notunterkunft ertragen ihre Schicksal stark und mutig. Das hat uns alle schwer und nachhaltig beeindruckt.”

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Selbst etwas bewegen

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