Im ASB Steckbrief stellen wir Ihnen Menschen vor, die hauptamtlich für die ASB Nothilfe Berlin gGmbH in der Flüchtlingshilfe arbeiten.

Sie sprechen hier darüber, was genau sie machen, wie sie dazu gekommen sind und was sie bei ihrer Arbeit antreibt. Heute: Anna Homann, Kinderbetreuerin.

Wie heißt du und was ist deine Berufsbezeichnung in der Nothilfe des ASB Berlin?

Mein Name ist Anna Homann und ich bin Kinderbetreuerin in der Notunterkunft in Alt Moabit.

Wann und wie bist du zum ASB Berlin gekommen?

Im Februar 2015 wurde ich von Moabit hilft! mit der Aufgabe betraut, ein Faschingsfest in Alt Moabit zu organisieren. Dadurch lernte ich vor allem die kleinsten Bewohner_innen des Hauses kennen und schloss sie sofort ins Herz. Im April darauf fing ich mit einer kleinen Gruppe von Freiwilligen an, Dienstag nachmittags eine Kinderbetreuung anzubieten. Im Oktober kam dann die Anfrage vom ASB hauptamtlich als Kinderbetreuerin zu arbeiten.

Anna Homann arbeitet als Kinderbetreuerin in der ASB Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Alt-Moabit.
Anna Homann arbeitet als Kinderbetreuerin in der ASB Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Alt-Moabit.

Was ist deine Aufgabe in der Flüchtlingsnothilfe und wie sieht ein „typischer“ Arbeitstag bei dir aus?

Meine Aufgabe ist es, vormittags die Kinder zu betreuen, die (noch) keinen Kitaplatz haben. Der Tagesablauf ist immer ein bisschen anders. Meistens treffen wir uns im Gemeinschaftsraum und gehen dann gemeinsam ins Spielzimmer oder in den schönen Ottopark gegenüber. Dort wird am aller liebsten geschaukelt. Im Spielzimmer lesen wir Bücher, bekochen uns in der kleinen Spielküche oder springen wild auf dem Trampolin. Gegen Ende stoßen auch oft die älteren Kinder dazu, wenn sie aus der Schule kommen. Oft werde ich mittags auch zum Essen eingeladen.

Welchen Arbeitstag bei der ASB Nothilfe wirst du aus welchem Grund niemals vergessen?

Was mir sicher lange in Erinnerung bleiben wird, sind die Tage, an denen wir erfahren, dass uns Familien verlassen müssen. Diese Erfahrungen nehme ich oft mit nach hause und brauche lange um sie zu verarbeiten. Sonst sind es für mich ganz kleine Momente von Innigkeit, die mir sehr ans Herz gehen. Wenn ich sehe, wie Kinder mehr und mehr deutsch lernen und anfangen mir Geschichten zu erzählen, wenn ich sie beim fantasievollen Spielen beobachte oder wenn ich eine Liebeserklärung bekomme, macht mich das sehr glücklich.

Viel Arbeit, häufig Stress und oft nicht mal ein Dankeschön dafür: Warum liebst du deinen Job trotzdem?

Weil ich unglaublich viel über mich und das Zusammenleben von Menschen lerne. Automatisch hält man seine eigenen Werte und Normen oft für die „richtigen“ oder das „Normale“. Die Arbeit mit Menschen aus aller Welt und vor allem mit Kindern, bringt mich jedoch oft in ganz neue Situationen, in denen ich mich selbst hinterfrage und so die Chance erhalte mich weiter zu entwickeln und neu zu entdecken. Außerdem erfahre ich jeden Tag eine einladende Offenheit und Herzlichkeit, die mir auch die schwierigeren Momente sehr erleichtert.

Vielen Dank für Deine offenen Antworten.

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ASB Steckbrief: “Unglaublich viel lernen”

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