Am Montag, den 14. März 2016, besuchte der Erste Vizepräsident der EU-Kommission, Herr Frans Timmermans, die Notunterkunft der ASB Nothilfe gGmbH in Wilmersdorf. Auch der Bezirksbürgermeister im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann und sein Stellvertreter Carsten Engelmann folgten zu dieser Gelegenheit der Einladung des ASB ins ehemalige Rathaus.

Komplettiert wurde die Delegation vom Stellvertreter des Beauftragten für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen, Wolf Plesmann, und Hella Dunger-Löper, die Bevollmächtigte beim Bund, Europabeauftragte und Beauftragte für Bürgerschaftliches Engagement in der Berliner Senatskanzlei. Nach der Begrüßung durch den Landesvorsitzenden des ASB Berlin, Uwe Grünhagen, und den neuen Leiter der Notunterkunft Wilmersdorf, Stephan Wesche, folgte ein informeller Rundgang durch das Gebäude.

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In der Empfangshalle des ehemaligen Rathauses ging der vierfache Vater Timmermans auf Augenhöhe mit Kindern. (Oben v.l.n.r.: Carsten Engelmann, Uwe Grünhagen, Hella Dunger-Löper, Security-Mitarbeiter, Stephan Wesche, Philipp Bertram, Mitarbeiter des ASB. Unten: Frans Timmermans mit Kindern der Notunterkunft.)
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Philipp Bertram, der stellvertretende Leiter der Notunterkunft Wilmersdorf, erzählte von der Entwicklung der Einrichtung. Er betonte besonders den wertvollen Beitrag der ehrenamtlichen Helfer: „Ich bin stolz auf die Ehrenamtlichen dieses Hauses und darauf, was sie mit viel Arbeit geschaffen haben. Ohne sie, in enger Zusammenarbeit mit den hauptamtlichen Mitarbeitern wäre es nicht möglich gewesen, dieses Haus so aufzubauen, wie wir es heute vorfinden. Ehrenamt und Hauptamt sind weiterhin notwendig, um die Arbeitsabläufe in der Unterkunft regelmäßig zu bewältigen.“

Integration fördern

Bei der Besichtigung des Computerraums, der Wäscherei, des Spendenlagers und der medizinischen Station erklärte Grünhagen: „Nach der Willkommenskultur brauchen wir auch eine Integrationskultur. Der ASB kann mit seinem bestehenden sozialen Netzwerk gut dazu beitragen. Die Bewohner werden hier in die Arbeitsabläufe mit eingebunden. Sie können in der Wäscherei, der Essensausgabe oder im Friseursalon mitarbeiten. Ein wertvoller Schritt zur Integration.“

Die syrische Bewohnerin Delal lud den Ersten Vizepräsidenten der EU-Kommission in ihre Unterkunft ein, die sie mit ihrem Mann Najam Aldinn, ihrem zweijährigen Sohn Ahmed und ihren vier Monate alten Zwillingen Zahra und Zaynak bewohnt. Dort nutzte Herr Timmermans die Gelegenheit, sich einen Eindruck von den Erfahrungen einer Flüchtlingsfamilie in Berlin und in der Notunterkunft Wilmersdorf zu verschaffen. Delal erzählte dem Gast, dass sie sich vor allem eine sichere Zukunft für ihre Kinder wünscht.

Gelebte Willkommenskultur

“Ich bin sehr beeidruckt von der professionellen Weise, in der diese Notunterkunft betrieben wird. Die Hoffnungen der Bewohner sind hier überall präsent. Wenn ich demnächst in Brüssel einmal erklären muss, was Willkommenskultur ist, dann habe ich mit dieser Notunterkunft ein anschauliches Beispiel parat“, sagte Timmermans bei der Verabschiedung der Delegation in der Empfangshalle des ehemaligen Rathauses.

Timmermans ist seit dem 1. November 2014 Erster Vizepräsident und EU-Kommissar für Bessere Rechtssetzung, interinstitutionelle Beziehungen, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechtecharta in der Kommission Juncker. Zuvor war Timmermans bis 2014 Außenminister der Niederlande.

Die ASB-Nothilfe Berlin gGmbH betreibt in Berlin vier Unterkünfte für mehr als 2.000 Flüchtlinge. Die Notunterkunft in Wilmersdorf wurde im August 2015 eröffnet. Im Februar 2016 leben hier 1146 Menschen (404 Kinder) aus über 14 Nationen. 2016 ist für den ASB das “Jahr der Integration”. Mit verschiedenen Projekten, die von Mitarbeitern des ASB und vielen ehrenamtlichen Helfern organisiert werden, sollen die Bewohner ihren Alltag in der Unterkunft aktiv mitgestalten.

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Vizepräsident der EU-Kommission besucht Notunterkunft Wilmersdorf

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