„Wir bieten hier im Prinzip die gleiche Versorgung an, wie in einer durchschnittlichen Hausarztpraxis, nur dass wir den Vorteil haben, dass wir gleich auf mehrere Fachrichtungen zugreifen können“, freut sich Jens P. Schmidt, Pflegedienstleiter der Ambulanz in der ASB-Notunterkunft Wilmersdorf.

Medizinische Versorgung in der ASB-Notunterkunft Wilmersdorf auf professionellem Niveau

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Jens P. Schmidt, der Pflegedienstleiter der Ambulanz in der NUK Wilmersdorf.
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Der Syrier Hassam Al Said mit seinem Sohn bei einer Routineuntersuchung.

Schmidt selbst kam im August ganz spontan nach Wilmersdorf. „Ich wollte wissen, wie ich mich als Pfleger in der Flüchtlingshilfe einbringen kann.“ Seitdem ist er so gut wie jeden Tag in der Ambulanz.

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Insgesamt arbeiten in der Ambulanz im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf 67 Ärzte. Darunter sind vor allem Internisten, Gynäkologen und Pädiater. Außerdem gehören 22 Pfleger, 12 Psychologen, 3 Hebammen und 4 Zahnärzte und mehrere Dolmetscher zum Team. Der überwiegend mit Spenden gefüllte Medikamentenraum, ist regelmäßig mit drei Helfern von Apotheker ohne Grenzen besetzt. Zur Grundausstattung gehören Arzneien gegen Allergien, Asthma und Durchfall. Wichtig sind in der kälteren Jahreszeit natürlich auch Nasensprays und Mittel gegen Husten.

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Das Ultraschallgerät der Ambulanz.

„Ich bekomme eine kleine Aufwandsentschädigung von Medizin-hilft-Flüchtlingen und unsere medizinische Leiterin Mithu Sen, ist mittlerweile hauptamtliche beim ASB angestellt”, sagt Schmidt, „alles andere hier ist reines Ehrenamt und wird parallel zum Hauptberuf geleistet.” Ohne dieses Engagement wäre der professionelle Betrieb der Ambulanz nicht möglich. Das alte Gebäude bietet genug Platz: Es gibt drei Behandlungszimmer für die Mediziner und die Zahnärzte, einen Medikamentenraum, ein Hebammenzimmer, einen Raum für die Psychologen und ein Wartezimmer.
Neben den Zeitspenden ermöglichen die vielen Sachspenden eine professionelle Arbeit in der Ambulanz. Der neueste Stolz ist ein Ultraschallgerät für die Hebammen. Getreu dem ASB-Grundsatz der Ersten Hilfe, ist hier alles vorhanden, was man für den Notfall braucht: EKG, Notfall Sauerstoffgerät, Inkubationsbesteck und Defibrillator. Der ASB bietet darüber hinaus in all seinen Flüchtlingsunterkünften Erste Hilfe Kurse an.

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Ein Großteil der Beschwerden, mit denen die Bewohner in die Ambulanz kommen, kann jedoch nicht mit aufwendiger Technik geheilt werden. Was die Menschen brauchen, ist Aufmerksamkeit und Wertschätzung. „Vielen unserer Patienten geht es darum, sich einfach mal wieder für eine viertel Stunde als Mensch zu fühlen“, erklärt Schmidt. Der Alltag der Flüchtlinge sei von Registrierungsnummern, Anträgen und Formularen bestimmt, da sei ein bisschen Zeit für die Seele ein sehr wichtiger Ausgleich.

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Wir heilen hier und jetzt.

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